...das Leben ist ein Netzwerk

Epik


Mit dem Älterwerden habe ich mir hin und wieder die Frage gestellt, woran es liegen könnte, dass man zu vielen Texten, die man im Laufe der Jahre verfasst hat, den Bezug, die Identifikation mit dem Geschriebenen verliert.

Robert Musil schrieb einmal, dass der Mensch im Laufe seines Lebens ständigen Veränderungen unterworfen ist, viele Persönlichkeiten durchwandert, die er der Reihe nach mit „Ich“ anspricht. Und ich denke, er bringt es auf den Punkt. Denn erst wenn man seine Werke vor dem Hintergrund verfasst, dass man stetigen Wandlungen, neuen Erkenntnissen und zu korrigierenden Sichtweisen unterliegt, haben sie die M
öglichkeit, eine Bedeutung jenseits der Ansprüche des Autors zu erhalten. Denn letztendlich geht es darum, was der Leser für sich herausholen kann und nicht darum, was der Autor hineingesteckt hat.

Daher ist keines der hier vorliegenden Werke mit einem Entstehungsdatum versehen. Sie waren alle mal ein Teil meiner Gedankenwelt und somit ein Teil von mir. Und selbst wenn es das eine oder andere noch immer sein sollte, so ist es das morgen vielleicht schon nicht mehr…





- Wanderer